Wie bereinige ich meine Website von schädlichen Backlinks?

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Darüber hinaus kann jeder Webmaster von eigenen Blog-, Presse- und Social-Media-Beiträgen bzw. von Landingpages aus auf seine Homepage externe Links schicken, was eine seriöse Maßnahme des Linkbuildings und damit der OffPage-Optimierung seiner Webseite ist. Allerdings kommt es auch vor, dass Webmaster von sehr unseriösen Seiten aus auf die eigene Seite verlinken, aus welchen Motiven auch immer das geschieht.

Dies erzeugt für die eigene Seite eine sehr schlechte Nachbarschaft (Bad Neighborhood), die es zu vermeiden gilt. Also müssen diese Links entfernt oder zumindest so entwertet werden, dass sie für die Crawler der Suchmaschinen keine Bedeutung mehr haben und somit die eigene Seite nicht beschädigen können. Diese Arbeit nennt sich Link Cleaning und gehört ebenfalls zur OffPage-Optimierung.

Wie erkennt ein Webmaster einen „schlechten“ Backlink?

Solche Links, welche die eigene Webseite keinesfalls im Googleranking voranbringen, sondern ihr vielmehr schaden, müssen zunächst identifiziert werden, um sie anschließend zu eliminieren. Hierzu müssen Webmaster das eigene Backlinkprofil kennen. Dieses zeigt die Google Search Console. Dort ist links in der Navigationsleiste der Unterpunkt „Links“ zu finden. Mit einem Klick erscheint die Ansicht aller internen und externen Links.

Es gibt noch weitere Tools zu diesem Zweck, die unter der Googlesuche „Backlink Checker“ zu finden sind. Die betreffende Analyse sollten Webmaster regelmäßig durchführen – je nach Traffic auf ihrer Seite etwa wöchentlich bis monatlich. Google warnt zwar auch vor schädlichen externen Links, doch dann ist es meistens schon zu spät: Das Ranking wurde in der Regel schon deutlich beschädigt.

Google geht relativ rigoros gegen unseriöse Webseiten und leider auch gegen ihre Backlinkpartner vor, unabhängig davon, ob Letztere den schädlichen Backlink selbst initiiert haben oder nicht. Das können die Googlealgorithmen nicht wissen. Die Intention dahinter ist stets, den Nutzern das bestmögliche Ergebnis für eine Suchanfrage anzuzeigen. Doch was ist nun ein guter, was ein schlechter Backlink? Ein guter Backlink bringt folgende Eigenschaften mit:

  • Die verlinkende Webseite passt zum eigenen Thema.
  • Auch der Ankertext des Links zeigt die Themenrelevanz auf.
  • Die verlinkende Webseite verfügt über einen gewissen Trust (Vertrauen), Expertise und Autorität.
  • Sie ist gut strukturiert und enthält hochwertigen Content.
  • Sie ist gut indexierbar und dementsprechend durch die Googelbots gut zu crawlen.
  • Sie hat einen guten Rang in der Suchmaschine.
  • Der Backlink kommt von einer sinnvollen Stelle (Unterseite) der linkgebenden Domain.
  • Der Content der verlinkenden Seite ist legal und seriös.
  • Es handelt sich keinesfalls um eine Linkfarm.

Wenn mehrere dieser Punkte nicht erfüllt wurden, ist von einem schlechten Backlink auszugehen, den es zu entfernen gilt. Es sind recht viele Punkte, die sich nicht in jedem Fall alle erfüllen lassen. So haben beispielsweise eigene Blogbeiträge oder Landingpages in der Suchmaschine oft keine besonders hohe Position. Wenn sie aber eigentlich sinnvollen Content enthalten, ist gegen sie nichts einzuwenden.

Die Links, die sie auf die Homepage schicken, werden keine Wunder bewirken, doch sie sind für den gesamten Backlinkmix durchaus wertvoll und richten auf jeden Fall keinen Schaden an. Solche Seiten kennt der Webmaster ohnehin gut, er hat sie ja selbst eingerichtet. Für externe Links von fremden Seiten lohnt sich ein kleiner Schnellcheck für die Backlinkanalyse. Er liefert quasi auf einen Blick eine Aussage dazu, ob die Seite und die von ihr verschickten Links wertvoll sein können oder nicht. Im Wesentlichen geht es um diese vier Punkte:

  • Sichtbarkeit der linkgebenden Seite in den SERPs
  • Zahl der von ihr abgehenden Links (zu viele sind ein Indiz für eine Linkfarm)
  • Passgenauigkeit des Themengebiets
  • logische und höherwertige Webseitenstruktur

Wenn die linkgebende Domain über in dieser Hinsicht gute Eigenschaften verfügt, machen ihre Betreiber anscheinend einiges richtig. Es ist auch möglich, das Backlinkprofil dieser Seite zu checken. Sollte sie außerdem thematisch gut zur eigenen Seite passen, ist gegen sie und die von ihr abgehenden Links nichts einzuwenden.

Link Cleaning: Entfernung von schlechten Backlinks

Nachdem schädliche bzw. unnatürliche externe Links im eigenen Backlinkprofil identifiziert wurden, gilt es, diese zu entfernen. Hierfür gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten: das Kontaktieren des Webmasters der linkgebenden Seite oder die Nutzung des Disavow-Tools von Google, mit dem sich schädliche Links entschärfen lassen. Schauen wir uns diese beiden Optionen an.

#1: Kontakt zum Webmaster der linkgebenden Domain

Dieser Kontakt ist der erste Schritt, weil er logisch ist. Google empfiehlt ihn in seinen Webmaster-Guidelines. Schädliche Links setzen die meisten Webmaster nicht in böser Absicht. Vielmehr fehlt ihnen die SEO-Expertise, doch sie verlinken voller Begeisterung auf andere Webseiten, weil sie deren Inhalte zitieren wollen, die sie so toll finden.

Ihre eigene Seite ist aber ungenügend strukturiert, das Thema passt wenig zur verlinkten Seite (auch wegen eines geistigen Hin- und Herspringens der betreffenden Webseitenbetreiber), außerdem setzen diese Webmaster viel zu viele Links auf andere Seiten und werden daher unter Umständen von einem Googlealgorithmus als Linkfarm identifiziert, obwohl sie das keinesfalls sind. Nur als Maßstab und Referenz: Portale für die Online-PR wie etwa OpenPR erlauben aus einem längeren Artikel heraus maximal zwei Verlinkungen auf eine andere Webseite.

Unerfahrene Webseitenbetreiber setzen manchmal in fast jedem Satz einen Backlink auf eine andere Seite. Diese unerfahrenen Webmaster reagieren in der Regel sehr freundlich und kooperativ auf die Aufforderung, doch den Backlink auf die eigene Seite zu entfernen. Wenn das nicht geschieht, bleibt nur die zweite Möglichkeit der Entschärfung schädlicher externer Links.

#2 Disavow-Tool von Google

Dieses Tool ist Bestandteil der Google Search Console. Es erleichtert den Vorgang, indem alle Domains, von denen ein schädlicher Backlink kommt, in einem Vorgang aus dem eigenen Backlinkprofil entfernt werden können. Der Webmaster fasst sie in einer txt-Datei zusammen und kann auch den Kommentar „# diese Domains nicht mehr berücksichtigen“ hinzufügen. Allerdings ist bei dieser Arbeit eine gewisse Sorgfalt gefragt, damit nicht aus Versehen auch nützliche Domains und Links in der txt-Datei landen. Diese hätten dann keinen Wert mehr, was das Ranking der eigenen Seite deutlich schwächen könnte. Google weist darauf hin, dass Disavow-Tool nur vorsichtig einzusetzen.

Andauernde Pflege von Backlinks

Das eigene Linkprofil muss andauernd gepflegt werden. Webmaster sollten sich immer wieder um gute externe Links bemühen und auch immer wieder nachschauen, ob es schädliche Links gibt (siehe oben). Dann sollte sich das Googleranking bei ebenfalls guter OnPage-Optimierung und hochwertigem Content auf der eigenen Seite stetig verbessern. Suchmaschinenoptimierung ist ein permanenter Prozess, doch die Ergebnisse wirken durchaus nachhaltig.

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