Google-Answerbox

Die Google-Answerbox sehen wir oft als erstes in den Suchergebnissen, wenn wir nach einem Begriff oder einem bestimmten Thema suchen. Es handelt sich um ein sogenanntes Featured Snippet, das die Suchanfrage kurz und knapp in Form einer lexikalischen Aussage beantwortet. Featured Snippets sind besondere „Schnipsel“, die einen kurzen Text als Antwort liefern. Sie unterscheiden sich von den Rich Snippets, die als Textschnipsel direkt unter der URL in den Suchergebnissen zu lesen und noch kürzer sind.

Eigenschaften der Google-Answerbox

Die Google-Answerbox liefert die kürzeste Antwort auf die präzise gestellte Suchanfrage. Diese Antwort ist hinsichtlich ihrer Zeichen limitiert. Sie hilft der suchenden Person sehr schnell und effizient ohne einen Klick auf ein reguläres Suchergebnis. Gleichzeitig steht sie in den organischen Suchergebnissen an oberster Position (allerdings unter den Anzeigen), deren besonders prominenter Platz „Position 0“ heißt. Auf diese Weise ist die Answerbox nicht zu übersehen und erhöht erheblich den Komfort bei einer Suche. Unter ihr steht die URL, aus welcher das Featured Snipped stammt.

Auf dieses klicken viele Nutzer zusätzlich, wenn sie mit der kurzen Antwort zufrieden sind und noch mehr erfahren möchten. Daher hat die Answerbox eine herausragende Bedeutung für die SEO. Seit sie Google 2017 eingeführt hat, ist unter Onlinevermarktern ein intensiver Wettbewerb um diese Position entbrannt. Wer es schafft, den eigenen Content in der Answerbox auf Position 0 zu präsentieren, hat mit Abstand die meisten Klicks. Eigentlich handelt es sich um einen nutzerfreundlichen Service der Suchmaschine, die uns einfach einige Klicks ersparen möchte, bis wir mit dem Suchergebnis zufrieden sind.

Verschiedene Arten der Google-Answerboxen

Es gibt die Answerboxen in drei verschiedenen Varianten:

  • #1 Textabschnitt: Es erscheint ein kurzer Text von der Webseite (in der Regel der Teaser), von welcher das Featured Snippet stammt. Manchmal wird zu dem Text noch ein Bild eingeblendet.
  • #2 Liste: Auch Listen können in der Answerbox erscheinen. Sie entstammen wiederum der betreffenden Webseite, sind aber selten vollständig, weil die Answerbox wie erwähnt limitiert ist. Unter der Liste steht dann „x weitere Zeilen“. Listen eignen sich beispielsweise für eine Anleitung zu einem bestimmten Thema, die Bulletpoints oder Nummerierungen verwendet.
  • #3 Tabelle: Die dritte Möglichkeit ist die Darstellung als Tabelle, wenn sich diese Form anbietet und in der URL so vorhanden ist. Tabellen erscheinen in der Answerbox beispielsweise bei Fragen zu einem Vergleich. Auch können sie die tabellarische Ansicht eines Diagramms sein.

Nach einer Expertenanalyse (in diesem Fall von STAT Search Analytics) enthalten 63 % der Answerboxen einen Textabschnitt, 19 % eine Liste und 16 % eine Tabellenbox. Die betreffende Untersuchung stammt aus dem Jahr 2018, die Anteile könnten sich also inzwischen leicht verschoben haben. Sie hängen von einem Googlealgorithmus und von den bevorzugten Darstellungen in denjenigen Webseiten ab, die Google für die Answerboxen auswählt.

Für die SEO könnte es durchaus nützlich sein, die für den Nutzer am besten geeignete Form zu wählen. Wenn sich also zu einem Thema eine Liste anbietet, sollte sie unbedingt integriert werden: Sie hat dann gute Chancen, das in der Answerbox dargestellte Featured Snippet zu werden. Videos präsentiert die Suchmaschine natürlich auch prominent, sie fallen aber nicht unbedingt unter die algorithmische Auswahl der Answerbox.

Wer auf seiner Webseite Videos einbindet, kann aber damit rechnen, dass diese ebenfalls bei einer Suchanfrage nach dieser Webseite gleich auf Seite 1 erscheinen. Das war auch schon vor 2017 der Fall.

Wie entsteht die Answerbox bei Google?

Nach einer Sucheingabe sucht der Googlealgorithmus die bestmögliche Antwort auf die betreffende Anfrage und präsentiert sie am weitesten vorn in den SERPs (Search Engine Result Pages, organische Suchergebnisse). Dieser besten Antwort entnimmt der Algorithmus dann das Featured Snippet für die Answerbox. Nun ist natürlich zu hinterfragen, was der Googlealgorithmus denn für die bestmögliche Antwort hält.

Zweifellos spielen hierbei SEO-Maßnahmen für die betreffende Webseite eine Rolle. Wenn diese wirklich gut für die Suchmaschine optimiert ist, hat sie gute Chancen, den vordersten Platz zu erringen und damit auch in der Answerbox zitiert zu werden. Das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass es sich durchaus nicht um die beste Antwort auf die Suchanfrage handeln muss, denn die SEO lässt sich auch mit sehr vielen Backlinks und Keywords sowie diversen weiteren OnPage-Maßnahmen befördern.

Die Erfahrung seit 2017 zeigt allerdings wenigstens gefühlt – der Leser möge diesem subjektiven Eindruck zustimmen oder nicht –, dass die Answerboxen und die zugehörigen Webseiten in der Tat fast immer den besten Content zur betreffenden Fragestellung aufweisen. Möglicherweise ist in die Googlealgorithmen inzwischen so viel KI integriert, dass sich die besten Ergebnisse durchaus inhaltlich von den Vertretern auf den hinteren Plätzen abheben.

Vor der Einführung der Answerbox war das beileibe nicht immer der Fall: Es landeten bisweilen grottenschlechte Inhalte auf Platz 1 in den organischen Suchergebnissen.

Kann der Webmaster einen Vorschlag für die Answerbox unterbreiten?

Nein, leider nicht. Das müssen Webseitenbetreiber dem Googlealgorithmus überlassen. Die Crawler lesen die Webseiteninformationen aus und bewerten dann bestimmte Abschnitte als Kandidaten für die Google-Answerbox.

Wie lässt sich die Chance auf die Aufnahme in die Answerbox erhöhen?

Wie erwähnt entnimmt der Googlealgorithmus den Content für die Answerbox offenkundig derjenigen Webseite, die aus seiner Sicht das beste Suchergebnis liefert. Das würde bedeuten, dass es bei den üblichen Maßnahmen der OnPage- und OffPage-SEO bleibt, um überhaupt in den SERPs entsprechend weit vorn gelistet zu werden.

Dennoch ist anzumerken, dass es im Content Abschnitte geben muss, die der Googlealgorithmus als gut geeignet für das Featured Snippet bewertet. Das wären ein knapper Teaser bzw. eine aufschlussreiche Liste oder Tabelle. Als hilfreich gilt zudem eine Überprüfung, welche Suchanfragen das betreffende Featured Snippet beantworten kann. Wenn es zum Thema schon eine Answerbox gibt, ist es unter Umständen möglich, deren Inhalt zu toppen.

Der Googlealgorithmus entscheidet sich dann vielleicht neu für die eigene Webseite und entnimmt dieser die Answerbox. Ein Kniff der OnPage-SEO wäre, die möglichen Anfragen der Nutzer als Fragen im eigenen Content zu formulieren und darauf jeweils eine knappe Antwort zu liefern. Das müsste eine Steilvorlage für die Crawler und Algorithmen sein. Kurze Lexikoneinträge sind grundsätzlich als Answerboxen geeignet. Nicht zuletzt ist es der gute alte Teaser, der wohl eine herausragende Chance für die Aufnahme in dieses Google-Feature hat.

zurück zur Übersichtsseite