Google-Löschantrag

Einen Google-Löschantrag können Personen stellen, die der Meinung sind, dass über sie unrechtmäßig Informationen auf Google veröffentlicht wurden. Der erste Schritt sollte aber immer sein, sich an den Betreiber der betreffenden Webseite zu wenden und ihn um die Löschung zu bitten. Wenn er der Bitte nicht nachkommt, ist der Google-Löschantrag der nächste Schritt. Er muss natürlich gut begründet werden. Die Kontaktdaten des Webseiteninhabers sind im Impressum seiner Seite zu finden, doch auch eine Whois-Suche („Wer ist ...?“) kann helfen. Hierzu genügt die Eingabe von „whois + betreffende Webseite“.

Eine zweite Möglichkeit wäre, den Hoster dieser Seite zu kontaktieren, der ebenfalls über die Whois-Suche zu finden ist. Diese Schritte sind wichtig, weil der Google-Löschantrag sich nur auf die Googlesuche bezieht, nicht aber auf Webseiten. Auf diesen kann nur deren Betreiber die Inhalte löschen, nötigenfalls auch per Zwang durch einen Gerichtsbeschluss. Der Hoster kann die Seite vom Netz nehmen. Solange aber die Seite mit den Inhalten noch existiert, ist sie nötigenfalls auch über eine andere Suchmaschine zu finden.

Entfernung der Daten per Google-Löschantrag

Google löscht Daten aus der Googlesuche, wenn durch deren Veröffentlichung Risiken zum Beispiel wegen möglichem Identitätsdiebstahl, Finanzbetrug, Diffamierung und übler Nachrede, anstößiger Inhalte, Gefahr für Leib und Leben, Urheberrechtsverletzungen, erheblicher Verletzung der Privatsphäre oder der Gefährdung von Kindern bestehen. Das Löschen von Inhalten beispielsweise wegen einer mehr oder weniger berechtigten Kritik an einem Unternehmen oder einem Produkt gelingt in der Regel nicht.

Dem steht die Meinungsfreiheit entgegen. Zu diesem Thema gibt es immer wieder Gerichtsprozesse. Der Tenor der dortigen Urteile lautet: Sollte sich jemand negativ zu einem Produkt oder einer Leistung äußern und sollte ein öffentliches Interesse an einer derartigen Meinung bestehen, so besteht kein Anlass, sie aus dem Netz zu löschen, auch wenn sie stark subjektiv gefärbt und nach Meinung des betroffenen Unternehmens ungerecht ist. Dieses kann dazu ebenso öffentlich Stellung beziehen.

Allerdings entscheiden die Gerichte jeden Fall einzeln. Sie wägen dabei recht genau ab, ob die geäußerte Meinung schon eine Diffamierung bzw. Herabwürdigung oder nur eine wie auch immer negativ gefärbte Kritik war. Aus welchen Gründen ein Löschantrag möglich ist und welche Formulare wie zu nutzen sind, erläutert der Google-Support. Nachfolgend nennen wir einige Details.

Löschung von Bildern beantragen

Löschen lassen sich beispielsweise nicht einvernehmlich geteilte Bilder. Grundsätzlich hat jede Person, die nicht in der Öffentlichkeit steht, ein Selbstbestimmungsrecht in Bezug auf Bilder von ihr selbst. Es muss sich nicht einmal um anstößige Bilder handeln: Ein zufälliger Schnappschuss genügt. Der Hintergrund: Jemand könnte ein Urlaubsfoto schießen und dabei eine fremde Person erfassen, die später dieses Bild von sich im Netz entdeckt und seine Veröffentlichung aus vielerlei Gründen nicht wünscht.

Sie kann dann seine Löschung verlangen. Erst recht dürfen keine Bilder veröffentlicht werden, die einen sexuellen oder anderweitig intimen Bezug haben. Allerdings gilt grundsätzlich, dass ein öffentliches Interesse an einem Bild, das ansonsten nicht anstößig ist, das Recht auf Privatsphäre überwiegen kann. In so einem Fall könnte der Google-Löschantrag scheitern, doch auch diese Fälle landen von Zeit zu Zeit vor Gericht, weil sich die Rechtsauffassungen zwischen der EU und den USA (dem Standort der Google-Server) unterscheiden.

Personen, die ein öffentliches Amt ausüben oder in anderer Weise von hohem öffentlichem Interesse sind, müssen damit leben, dass ihre Bilder im Netz veröffentlicht werden.

Welche Bilder und Videos verschwinden anstandslos per Löschantrag aus der Googlesuche?

Alle sexuell anstößigen Bilder und erst recht Fake-oder Kinderpornografie löscht der Suchmaschinenbetreiber anstandslos. Den Löschantrag können Betroffene und Bevollmächtigte und natürlich auch Behörden stellen. Vor allem bei gefälschtem Material ist der Google-Löschantrag sehr schnell erfolgreich. In diesem gibt der Antragsteller seinen vollständigen Namen, sein Land, seine E-Mail-Adresse, die URL der Webseite mit dem zu beanstandenden Inhalt und wenn möglich einen Screenshot (außer bei Kinderpornografie) an.

Webseiteninhaber verlangt Geld für Löschung von Inhalten: Google-Löschantrag stellen

Manche Personen haben von sich Bilder auf bestimmten Webseiten veröffentlichen lassen (zum Beispiel bei Partneragenturen) und möchten sie dort wieder löschen lassen, doch die Inhaber solcher Webseiten verlangen Geld für die Löschung. Die Links zu solchen Webseiten verschwinden nach erfolgreichem Google-Löschantrag, wenn jemand nach der betreffenden Person sucht. Allerdings müssen hierzu einige Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Der Antragsteller ist die dargestellte Person. Auch der Antrag durch einen Bevollmächtigten ist möglich.
  • Die betreffende Webseite hat nicht zum Inhalt, Rezensionen über Unternehmen zu veröffentlichen.
  • Eine Löschung auf dieser Webseite ist nur kostenpflichtig möglich.

Entfernung von Suchergebnissen zu vertraulichen medizinischen und finanziellen Informationen sowie zu staatlichen Identifikationsnummern

Auch gegen die Veröffentlichung dieser Daten in der Googlesuche kann ein Löschantrag erfolgreich sein. Es muss aber ein handfestes Risiko für die betroffene Person bestehen, so wegen Identitätsdiebstahl oder Betrug. So kann sich der Google-Löschantrag unter anderem gegen die Veröffentlichung von Konto- und Kreditkartennummern sowie von Krankenakten richten. Identifikationsnummern werden in Deutschland nicht veröffentlicht, in einigen anderen Staaten schon.

Löschung wegen Bedrohung

Wenn jemand bedroht und verfolgt wird (sogenanntes „Doxing“), kann er sich per Löschantrag aus der Googlesuche entfernen lassen. Allerdings muss es sich um handfeste und nachweisliche Bedrohungen handeln. Keinesfalls entfernt die Suchmaschine ohne Anlass Daten aus Firmen-, Branchen- oder Adressverzeichnissen.

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