Vanity URL

Die Vanity URL ist die „Eitelkeits-URL“, was zunächst etwas befremdlich klingt. Jedoch ist diese URL durchaus sehr nützlich – und zwar für denjenigen, der damit SEO betreibt, und ebenso für die Nutzer. Sie wird nämlich so gestaltet, dass sie sowohl leicht einzugeben als auch leicht zu lesen ist.

Welche Rolle spielen Vanity URLs?

Wer aufgrund seines Namens oder eines Produktes schnell gefunden werden möchte, hat mit einer Vanity URL große Vorteile:

  • Die Nutzer merken sich im besten Fall diese URL.
  • Sie kann als „sprechende URL“ immer noch SEO-technische Vorteile bringen, obgleich diese Funktion heute nicht mehr dieselbe Rolle spielt wie noch vor einigen Jahren.
  • Die Nutzer können die URL von Hand eingeben.
  • Sie lässt sich auch gut auf Visitenkarten und Briefköpfen unterbringen.
  • Eine Vanity URL wirkt professionell und vertrauenswürdig.
  • Im besten Fall unterstützt sie eine Markenbotschaft wie etwa die Vanity URL „BMW-freude-am-fahren.com“.

Nutzer wissen bei einer Vanity URL sofort, was sie zu erwarten haben. Das hilft etablierten Unternehmen und Marken, doch gerade bei der Neuplatzierung eines Produktes kann dieser Aspekt besonders wichtig sein. Nicht zuletzt lassen sich Vanity URLs in Medien, in denen es auf die gesprochene Sprache ankommt (Fernsehen, Rundfunk, Podcast), leicht vorlesen.

Erstellung einer Vanity URL

Vanity URLs werden in zwei Haupttypen erstellt: für Social-Media-Profile, -Seiten und -Gruppen sowie für die eigene Webseite und ihre Unterseiten.

  • #1 Vanity URLs für Social-Media-Profile: Bei der Erstellung neuer Social-Media-Profile oder -Gruppen bietet sich der Einsatz einer Vanity URL an. Die User erkennen daran das Profil sehr viel schneller. Sollten bereits Profile oder Gruppen ohne Vanity URL existieren, kann die betreffende URL entsprechend umgewandelt werden – aber so, dass die bestehenden Links weiter funktionieren. Die sozialen Netzwerke liefern hierfür Anweisungen. Bei Facebook etwa funktioniert das über die allgemeinen Kontoeinstellungen im Punkt „Benutzername“. Dort ist die URL zum Profil angegeben, zum Beispiel facebook.de/23456yxz. Die Zahlenfolge hinter „/“ lässt sich mit einem Klick auf „Bearbeiten“ individuell ersetzen. Der User kann dann im Feld „Benutzername“ den Namen der Vanity URL eingeben. Solche Anweisungen gibt es auch für Twitter, LinkedIn und weitere Social Networks.
  • #2 Vanity URLs für die eigene Homepage und ihre Unterseiten: Auch für die eigene Homepage und ihre Unterseiten bieten sich Vanity URLs an. Der einfachste Weg ist es, diese schon beim Aufsetzen der Webseite zu formulieren. Wenn das aber nicht geschehen ist, gibt es online URL-Encoder, die eine Webadresse umwandeln. Es gibt auch URL-Shorter, doch diese sind für eine Vanity URL weniger geeignet, weil sie lediglich aus einer längeren (meist kryptischen) URL eine Kurzform machen, die aber nicht „sprechend“ ist. Unsere Empfehlung lautet, am besten beim Erstellen von Webseiten von vornherein Vanity URLs zu verwenden.

Vorteile der Vanity URL für die SEO

Insbesondere für die Suchmaschinenoptimierung und weitere Marketingzwecke ist eine Vanity URL sehr vorteilhaft. Lange Zeit waren die sogenannten „sprechenden URLs“ SEO-technische Selbstläufer, die sogar ohne besonders guten Content ausgezeichnet rankten.

Das änderte sich nach einem Google-Update im Jahr 2012: Seither achten die Suchmaschinenalgorithmen darauf, dass hinter der schicken Vanity URL auch wertvoller Content steckt. Wenn das nicht der Fall ist, ranken diese Seiten nicht mehr gut. Vorher war es möglich, mit einer URL wie „gebrauchtwagen-kaufen-in-berlin.de“ massenhaft traffic zu erzeugen, weil das genau eine Suchanfrage von Nutzern ist. Hierfür musste der Content auf der Seite nicht besonders aufschlussreich sein.

Es konnte sich um eine bloße Landingpage in Form eines OnePagers mit einem banalen Text handeln – trotzdem rankte sie aus dem Stand wunderbar. Es war bis 2012 sogar möglich, mit solchen Vanity URLs über Nacht einen relativ harmlosen Blogbeitrag auf Platz 1 bei Google zu schieben. Das dürfte heute nicht mehr funktionieren, doch nach wie vor sind natürlich Vanity URLs für die SEO nützlich. Wie sie die Googlealgorithmen exakt bewerten, weiß wie immer niemand, doch es lohnt sich der Versuch. Moderne Onlinemarketer gehen dabei wie folgt vor:

  • Sie planen einen inhaltsreichen, für die User sehr wertvollen Webauftritt.
  • Für die Hauptseite und alle Unterseiten kreieren sie Vanity URLs.
  • Der Content auf allen Seiten des Webauftritts und die Technik der Seite folgt sämtlichen Standards der OnPage-SEO (Seitenstruktur, Keywords, inhaltsreiche Texte, Bilder, vielleicht Videos und Grafiken, gute interne Verlinkung, schnelle Ladezeit der Seite, Responsive Webdesign etc. pp.).
  • Sie stellen das Projekt online und beginnen umgehend mit der OffPage-SEO von Satellitenseiten aus. Gerade in Presseportalen sind nun die Vanity URLs des gesamten Webauftritts äußerst hilfreich.

Die visuell ansprechenden, sauberen und einprägsamen Vanity URLs können immer noch die Suchmaschinenoptimierung befördern, allein weil sich manch ein User so eine Webadresse merkt und sie von Hand neu aufruft. Es genügt hierfür, dass ihre ersten zwei Worte einprägsam genug sind – schließlich merkt sich unser Browser den Rest.

Fazit zu Vanity URLs

SEO-Verantwortliche sollten auf das Mittel der einprägsamen Eitelkeits-URL keinesfalls verzichten. Der beste Weg besteht darin, es vor der Kreation eines Webauftritts einzuplanen.

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