Vertical Search

Die Vertical Search geht bei Suchanfragen im Gegensatz zur Universal Search, die man als horizontal bezeichnen könnte, in die Tiefe. Solche Suchanfrage fokussieren auf bestimmte Themengebiete oder sogar nur ein spezielles Segment von ihnen. Eine bekannte Spezialsuchmaschine, welche die Vertical Search durchführt, wäre etwa Bildersuche von Google. Es gibt viele weitere Beispiele. Typische vertikale Suchanfragen gibt es zu den Themen Reisen, Shopping, Autos, Bücher oder medizinische Informationen.

Hintergrund zur Vertical Search

Mit seinem rasanten Wachstum bietet das Internet eine gigantische Zahl von möglichen Linkzielen, zu denen Suchanfragen über eine Suchmaschine führen können. Das kann bei einer horizontalen Suche zum Effekt des „Lost in space“ führen: Der Nutzer gelangt von einem Link zum nächsten und verliert schließlich sein Ziel aus den Augen. Mit einer Vertical Search grenzt er hingegen die Suche im Vorfeld ein und erhält dadurch präzisere Ergebnisse, die möglicherweise anders nicht gefunden worden wären.

Diese Eingrenzung der Ergebnismenge erfolgt durch eine sogenannte Facettenklassifikation, durch die mit einem Drilldown navigiert wird:

  • Facettenklassifikation: Bei dieser analytisch-synthetischen Klassifikation handelt es sich um ein Klassifikationssystem, das die Objekte des Suchbereichs mehreren Ansichten (Facetten) zuordnet, die jeweils einen Untergliederungsgesichtspunkt repräsentieren (bei einem Reiseportal zum Beispiel „Stadt“). Die Facetten sind als Einfachklassen (sogenannten Foci) konkret ausgeprägt, in diesem Fall möglicherweise als „Kleinstadt“ oder „Metropole“).
    Hinzu können Attribute wie „europäisch“ oder „asiatisch“ und weitere substantivische Ergänzungen wie „in den Bergen“ oder „am Meer“ kommen. Ein Objekt verfügt typischerweise über Foci mehrerer Facetten, was zu einem polyhierarchischen Klassifikationssystem führt. Dennoch gehört ein Focus jeweils exakt zu einer Facette. Es gibt auch die Zuordnung von mehreren Foci einer Facette zu einem Objekt, was zu einer polydimensionalen Facettenklassifikation führt. Objekte werden durch die Kombination von zugeordneten Foci eingeordnet. Durch diese Postkombination entsteht eine logische Ordnung bei der Vertical Search.
  • Der Drilldown ist die Navigation in den hierarchischen Daten der Facettenklassifikation. Er betrachtet die Eigenschaften der klassifizierten Informationsobjekte, analysiert sie und verfeinert damit die Suche. Das bedeutet: Der User gibt bei einer Vertical Search zum Beispiel in eine Suchmaschine seinen Wunsch nach einer „Reise in eine europäische Metropole“ (oder „Reise in eine italienische Kleinstadt am Mittelmeer“) ein.
    Die Suchmaschine führt ihn per Vertical Search zu einem Reiseportal. Wenn dort die Facettenklassifikation und der Drilldown gut organsiert sind, findet der User Vorschläge für solche Reiseziele. Dies ist allerdings gerade im Bereich Reisen eher selten der Fall: In der Regel müssen wir uns anschließend noch durch das Reiseportal wühlen, um wirklich das Gewünschte zu finden. Daraus lassen sich Schlüsse für die SEO ziehen.

Vertical Search und SEO

Wie schon erwähnt gibt es diverse Bereiche, in denen sich eine Vertical Search anbietet. Man denke an die zahllosen Onlineshops und den Wunsch der User, bei Suchanfragen wie im Beispiel geschildert direkt zum Wunschobjekt geführt zu werden. Das gelingt wie erwähnt bei Reiseportalen schlecht, aber auch beim Schuhe-, Lebensmittel- oder Technikkauf.

Dabei ist es prinzipiell möglich, ab der ersten Sucheingabe in der Suchmaschine (beispielsweise Google) technisch eine Vertical Search zu organisieren, die den User direkt zur italienischen Kleinstadt am Mittelmeer bzw. mehreren von ihnen, zu einer Liste von europäischen Metropolen, zu veganen Lebensmitteln für den Grill, zu Pumps der Größe 38 oder zu Fernsehern mit Bildschirmen von 40 – 49″ führt.

Das ist nur nicht einfach zu programmieren. Es muss ein Grundgerüst aus Facettenklassifikation und Drilldown geschaffen werden, das den wechselnden Produkten (Angeboten) gerecht wird. Davor schrecken offenkundig sowohl die Webmaster der Shops als auch ihre Programmierer zurück.

Wer dies aber schafft, erlangt nicht nur eine gigantische Conversion Rate, weil die User per Vertical Search sofort finden, was sie suchen, sondern auch gewaltige Vorteile für die SEO: Solche Shops gewinnen ein sagenhaftes Ranking, weil sie dem User genau das bieten, was er sich wünscht.

Grundsätzliche Vorteile der Vertical Search

Gegenüber der herkömmlichen horizontalen Suchmaschine bietet die Vertical Search grundsätzlich drei Vorteile:

  • größere Präzision durch den begrenzten Index
  • schnelleres Erreichen von Suchzielen
  • höhere Nutzerfreundlichkeit

Vertical Search bei Google

Google setzt bei einigen Spezialsuchmaschinen die Vertical Search ein, die Bildersuche wurde schon genannt. Hierfür kommen jeweils eigene Indizes zum Einsatz. Manche der vertikalen Suchfunktionen wie etwa die Flugsuche konnte Google durch Firmenübernahmen in seine allgemeine Suche integrieren. Die Suchmaschine gibt dann direkt die Ergebnisse aus, sobald die Algorithmen spezielle Suchoperatoren erkennen. Es kann also durchaus gelingen, bei der Suchanfrage „Flug Frankfurt München“ entsprechend gut sortierte Angebote zu finden.

Die Ergebnisse der Vertical Search zeigt Google oberhalb der SERPs oder im Knowledge Graph an. Weitere eigenständige vertikale Suchmaschinen zeigen die Ergebnisse in der organischen Suche an, wenn der User auslösende Keywords verwendet oder sein aktiviertes Webportal das Signal für die Vertical Search liefert. Das wären unter anderem die Google News, Google Shopping, wie erwähnt Google Bilder, Google Videos, Google Scholar (für die USA, Treffer zu Lehrbüchern), Google Apps, Google Maps, Google Bücher und weitere.

Andere Suchmaschinen bieten ebenfalls die Vertical Search an. Preisvergleichsportale gehören ebenfalls zur Vertical Search. An Universitäten existieren Spezialsuchmaschinen mit dieser Funktion.

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