SEO: Rankingfaktoren im Jahre 2021

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Page Experience

Die Erfahrung, die ein Nutzer mit der Webseite macht, ist möglicherweise im Jahr 2021 noch wichtiger geworden. Google hat im Sommer 2021 die Core Web Vitals eingespielt, die mehrere Rankingfaktoren zusammenfassen. Dazu gehören unter anderem die Nutzung von HTTPS, die Vermeidung aufdringlicher Interstitials und das Responsive Webdesign, das die Usability auf Mobilgeräten verbessern soll.

Passage Ranking

Im Zuge der Core Web Vitals kommen 2021 in den SERPs noch mehr relevante Textpassagen von Webseiten hinzu, die es auch in den vergangenen Jahren schon gab, doch deren Bedeutung nun noch mehr Gewicht erhält. Webmaster müssen nun herausfinden, wie sie ihre Seiten für das Passage Ranking zusätzlich optimieren. Es bieten sich diese Maßnahmen an:

  • Aufteilung von Texten in explizit kurze Abschnitte besonders am Anfang, die sich gut als Passage eignen
  • Formatierung der Seite in semantischem HTML5
  • unbedingte Nutzung eines Inhaltsverzeichnisses mit Links zu den Unterabschnitten, die wiederum immer mit einer kurzen Passage (maximal vier Zeilen) beginnen

Letzteres hilft den Crawlern, über das Inhaltsverzeichnis zu einer bedeutungsschweren Passage zu gelangen, die in den SERPs auch ohne Klick auf die Webseite zu lesen ist. Vermutlich sollten in der Passage wichtige Keywords auftauchen, die mit dem Seitentitel und/oder der URL assoziiert sind. Das dürfte das Passage Ranking unterstützen.

Einbindung von Keywords

Keywords bleiben natürlich wichtig, doch ebenso wird ihr sparsamer Einsatz immer wichtiger. Schon seit etwa 2012 verfolgt Google den Ansatz „Things, not strings.“ Er bedeutet, keywordlastige Sprache zugunsten einer natürlicheren Sprachverständlichkeit zu vermeiden. Schon seit etwa 2017 hat Google damit enorme Fortschritte erzielt.

Vor allem die Entwicklung des Transformermodells BERT („Bidirectional Encoder Representations-from Transformers“) hat dazu beigetragen. BERT setzt künstliche Intelligenz ein, mit der die Googlealgorithmen lernen, wie User die Texte rezipieren. Schon bis 2020 kam BERT bei der Verbesserung der Featured Snippets und dem ermitteln der Intention von längeren Suchanfragen zum Einsatz.

Es wird nun das Passage Ranking unterstützen. Verkürzt dargestellt mag BERT keine Überfrachtung mit Keywords, die daher nur noch behutsam eingesetzt werden sollten. Zudem kann das Modell relevante Texte von irrelevanten Passagen unterscheiden, selbst wenn in Letzteren mehr Keywords vorkommen. Im Jahr 2021 ist für die Suchmaschinenoptimierung zu erwarten, dass die Verwendung von Keywords weiter an Gewicht verliert. Dabei geht es um diese Faktoren:

  • Häufigkeit eines Keywords im Text
  • Nutzung des Keywords im Domainnamen
  • Nutzung des Keywords in der URL
  • Verwendung von Keywords in Seitentiteln und Hauptüberschriften

E-A-T

Auch im Jahr 2021 wird Google wahrscheinlich Gewichtung von E-A-T (Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness) weiter erhöhen. Webseiten müssen also Fachwissen, Autorität und Vertrauenswürdigkeit aufweisen, um gut zu ranken. Für E-A-T bleiben höchstwahrscheinlich Backlinks sehr relevant, denn die Googlealgorithmen können (noch) nicht die Expertise eines Textes ermitteln.

Allein die freiwillig verlinkenden Nutzer von anderen Webseiten sind dazu imstande, was wiederum ein neues Licht auf die OffPage-Optimierung wirft: Webmaster müssen sich mehr denn je darum bemühen, dass Backlinks freiwillig gesetzt werden. Das Verlinken aus eigenen Blogs und Landingpages, die dem Account des Webmasters der Hauptseite zuzuordnen sind, dürfte immer weniger bringen.

Die Online-PR könnte hingegen an Bedeutung gewinnen, denn wer in einem Presseportal einen Artikel platziert hat (der Webmaster selbst bzw. sein Gastautor oder ein völlig fremder Publizist), können die Googlealgorithmen (noch) nicht erkennen. Auf der Webseite selbst (OnPage-Optimierung) empfiehlt es sich, für die starke Bewertung von E-A-T durch die Suchmaschinenalgorithmen diese Maßnahmen zu ergreifen:

  • aussagekräftige Über-uns-Seite
  • Einbinden von externen Bewertungen
  • Erwähnung von Autoren mit Hintergrundinformationen
  • Markenerwähnungen ohne Links

Wie lassen sich neue Rankingfaktoren 2021 ermitteln?

Es ist nicht mit absoluter Sicherheit zu ermitteln, welche Rankingfaktoren wirklich eine Rolle spielen, denn Google hält seine Algorithmen geheim. Allerdings gibt es Anhaltspunkte für die Recherche. Mitarbeiter von Google äußern sich hierzu immer wieder auf Twitter, offiziellen Googleblogs und auch in den Webmaster-Hangouts und -Hilfebereichen wie etwa Google Search Central. Hilfreich ist auch das Studium der Search-Quality Evaluator Guidelines.

Das ist der Leitfaden von Google für menschliche Evaluatoren, also Mitarbeitern oder externen Beobachtern, deren Bewertungen für die Verbesserung der Googlealgorithmen herangezogen werden. Darüber hinaus gibt es wissenschaftliche Studien von einigen prominenten Anbietern wie Searchmetrics oder SEMRush, die auch sehr fundiert und damit aufschlussreich sind.

Google veröffentlicht darüber hinaus seine Patente, Forschungspapiere und Case Studies, die allesamt zeigen, wohin die Richtung geht. Allerdings ist es für den durchschnittlichen Optimierer aufwendig, sich durch diesen Berg von Informationen zu wühlen. Das ist umso bedeutsamer, als dass es zu den Googlealgorithmen immer nur Hypothesen geben kann.

Welche Rolle kann eine Domain für die SEO 2021 spielen?

Vermutlich wird die Domaingeschichte 2021 zum Rankingfaktor, wenn sie es nicht schon längst ist, was einige Experten vermuten. Wer nun daran denkt, eine Domain zu kaufen, sollte unbedingt vorab einen Check ihrer Backlinks durchführen. Sie dürfen keinesfalls in die Kategorie Spam einzuordnen sein. Erst recht darf Google keine Penalty gegen die Domain verhängt haben.

Ebenso darf es sich um keine Domain mit ehemals oder gegenwärtig illegalen Inhalten handeln. Geparkte Domains müssen ebenfalls auf diese Aspekte untersucht werden, auch wenn sie momentan inhaltsleer sind. Diese werden ohnehin alsbald von Google aus dem Index entfernt. Doch manchmal ist ihr Titel für das eigene Geschäft so treffend, dass der Kauf verlockend bis sogar zwingend erscheint.

Sie müssen dann nach dem genannten Check und dem Kauf sehr schnell mit viel sinnvollem Content befüllt werden, den die Crawler auch erkennen können. Ebenso benötigen sie zwar schnell, aber nicht im Übermaß einige Backlinks.

Themenrelevanz der Unterseiten

Schon immer war es logisch bis selbstverständlich, dass die Unterseiten einer Webseite Themen enthalten, die zum Hauptthema gehören. Allerdings ist immer noch die Tendenz einiger Webmaster zu beobachten, Unterseiten mit einem Potpourri von Beiträgen zu füllen, die jedes x-beliebige Thema aufgreifen. Berüchtigt sind hierfür unter anderem Food- oder Fashion-Seiten, die unter den höchst allgemeinen Hauptthemen „Food“ oder „Fashion“ in Blogbeiträgen jeden erdenklichen Aspekt behandeln, wobei zu jedem Aspekt dann alle möglichen Keywords eingestreut werden.

Das dient ganz klar der OnPage-Optimierung via Keywords, nutzt aber dem User nicht viel, denn niemand von uns sucht nur ganz allgemein danach, was es denn zu essen gibt oder was die Modewelt heuer so von sich gibt. Wir suchen immer nach spezielleren Themen, die wir aber in so einem Sammelsurium gar nicht finden können. Diese Themenrelevanz dürfte nun im Jahr 2021 ein handfester SEO-Faktor sein.

Das bedeutet auch für den Einsatz von Keywords: Eine Webseite mit all ihren Unterseiten kann nur noch auf wenige, spezielle Keywords optimiert werden, die zu einem eingrenzbaren Hauptthema passen. Dieses könnte „vegetarischer Food“ oder „Mode für Damen 2021 in Übergröße“ sein. Es bringt auch nichts, zu diesen Themen 200 Unterseiten mit jeweils eigenen Blogs einzurichten. Lieber muss sich der Anbieter neue Hauptthemen einfallen lassen und zu diesen neue Webseiten aufsetzen.

Vermeidung von Clickbaits

Clickbaits sind Klickköder, mit denen Leser angelockt und zum Klicken verleitet werden sollen, was wiederum bislang der SEO der betreffenden Seite diente. Das ist für die Nutzer lästig und dürfte im Jahr 2021 allmählich von Google abgestraft werden. Clickbaits lassen sich auf verschiedene Weise erzeugen, so als

  • reißerische Überschriften,
  • auffällige Vorschaubilder (sexualisiert, furchterregend etc.),
  • Teaser mit offenem Ausgang,
  • generelle Übertreibungen („der größte xxx, der höchste xxx, das beste xxx“),
  • Auslassungen oder
  • übertriebene Kontroversität.

Hierauf folgt nun ein sinnloser und meistens aufgeblähter Inhalt mit einer sehr dürftigen Pointe, den der Rezipient nur lächerlich findet, wenn er bei klarem Verstand ist. Vermutlich sind die Googlealgorithmen inzwischen imstande, Clickbaits in Metabeschreibungen, Seitentiteln und weiteren Elementen zu erkennen. Wie kann das funktionieren?

Nun, Seiten mit Clickbaits weisen eine überdurchschnittlich hohe Bounce Rate (Absprungrate) auf, welche die Googlealgorithmen schon lange aufspüren. Der Absprung des enttäuschten Nutzers erfolgt wahlweise nach wenigen Sekunden bis vielleicht einer Minute, denn länger braucht kein Mensch, um den Unfug zu identifizieren. Diese Bounce Rate wiederum steht in einem krassen Missverhältnis zur Zahl der Klicks, die oft sehr hoch ist, und zum Umfang des Contents, der sich über viele Seiten erstrecken kann.

Da sagen sich die Googlealgorithmen: Hier stimmt etwas nicht! Sie strafen möglicherweise (hoffentlich!) ab 2021 solche Seiten allmählich ab, indem sie sie in der Versenkung der SERPs hinter Seite 30 verschwinden lassen. Es ist daher allen Optimierern zu raten, auf solche Taschenspielertricks gänzlich zu verzichten.

Fazit zu den SEO-Trends 2021

Wir haben hier nur einige relevante und aus unserer Sicht eher neue Faktoren für das Ranking 2021 aufgezählt. Es gibt noch deutlich mehr. Grundsätzlich entwickelt sich die künstliche Intelligenz der Googlealgorithmen immer besser, was die Optimierer zu strikter Seriosität zwingt, wenn sie einen guten Platz im Ranking erreichen und halten möchten.

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