Evergreen Content

Evergreen Content ist immergrüner Inhalt, der mithin zeitlosen Bestand hat. Das ist für die Domain Authority höchst interessant, denn diese benötigt solche Dauerbrenner. Ein sehr gutes Beispiel für Evergreen Content, das Webmaster in technischen Branchen anwenden können, ist ein Lexikon.

Warum „Evergreen Content“?

Die Bezeichnung kommt daher, dass die Themen einen zeitlosen Charakter haben und nicht an saisonale, auch nicht an epochale Bezüge gebunden sind. Daher bieten sie für die User sehr lange einen Mehrwert. Für die SEO ist das gut, denn die Seite kann auf diese Weise fortlaufend Traffic, Backlinks, Social Signals und die Verweildauer der User einsammeln. Das stärkt immer mehr ihre Position. Die Begrifflichkeit haben Onlinemarketer erfunden, sie passt für das ansonsten schnelllebige Internet recht gut.

Was kann alles Evergreen Content sein?

Diese Art von Inhalt tritt in vielen Formaten auf und kann zahllose Themen behandeln. Technische Lexikaeinträge sind wie erwähnt ein guter Ansatz, aber ebenso Kochrezepte oder Ratgeber zu Haus und Garten, die sehr lange Bestand haben. Die Inhalte oder Themen müssen von zeitlosem Interesse für die User sein und sollten überdies allgemeinverständlich aufbereitet werden, um ein breites Zielpublikum anzusprechen. Im technischen Bereich spricht der Evergreen Content allerdings manchmal auch ausgewiesene Spezialisten an. Formate sind unter anderem:

  • Lexika und Wikis: Diese Beiträge gehören zum klassischen immergrünen Content. Sie nennen allgemeine Definitionen zu Fachbegriffen und Sachthemen, die sie auch erläutern. Es kann sich dabei durchaus um moderne Themen wie die Künstliche Intelligenz oder die Suchmaschinenoptimierung handeln, wenn sie nur Aspekte aufgreifen, die zeitlos sind.
  • Ratgeber: Allgemeine und zeitlose Themen machen Ratgeber schnell zu Evergreen Content. Der Frühjahrsputz und die Gartenpflege wären solche Themen, der Vergleich verschiedener Staubsauger oder Rasenmäher hingegen nicht, denn diese Technik ändert sich viel zu schnell.
  • Geschichte mitsamt ihren Mythen: Alles Historische ist Evergreen Content, solange es dazu keine grundlegend neuen Erkenntnisse gibt. Diese können jedoch eingepflegt werden (siehe weiter unten).
  • Rekorde und Rankings: Auch dies ist hinsichtlich der Fragestellung Evergreen Content, jedoch müssen die Daten nachgepflegt werden. Die Frage nach dem reichsten Mensch der Welt wird von Zeit zu Zeit neu beantwortet.

Produktion von Evergreen Content

Wer solche Inhalte produzieren möchte, muss sich die wahrscheinlichen Fragen der Zielgruppe vor Augen führen. Es geht um die zeitlos gültigen Fragen. Ein Gartenratgeber kann auf ewige Zeit die Aussaat bestimmter Blumen nennen, denn daran ändert sich auf Jahrhunderte nichts. Bei anderen Fragestellungen ist das kniffliger, denn gerade im Bereich der Technik gibt es zwar zeitlos gültige Gesetze der Physik, doch die technischen Anwendungen ändern sich. Der Produzent von Evergreen Content befindet sich in dieser Hinsicht in einem Spannungsfeld zwischen dem momentanen Informationsbedürfnis der Zielgruppe und den Entwicklungen, die es auf dem Gebiet geben wird.

Doch Evergreen Content lässt sich an aktuelle Entwicklungen anpassen. Ein gutes Beispiel liefert hierfür die Online-Enzyklopädie Wikipedia, deren Beiträge von jedermann fortgeschrieben werden können, was auch permanent geschieht. Ein Beispiel aus dem Bereich des Onlinemarketings wären die Suchmaschinenalgorithmen, zu denen es a) immer wieder neue Updates und b) immer wieder neue Erkenntnisse gibt. Wer hierüber Evergreen Content produzieren möchte, muss apodiktische Aussagen der Art „Google wendet diesen und jenen Algorithmus an“ vermeiden. Besser wäre die Aussage, dass Google zum Zeitpunkt X den Algorithmus Y anwendete (was ja im Übrigen immer eine Hypothese ist).

Evergreen Content und SEO


Zunächst einmal ist gut produzierter Evergreen Content ein Dauerbrenner, der viele Webseitenbesucher anziehen kann. Allerdings bewertet Google das ein wenig anders, denn Webseiten erhalten auch aufgrund von Erneuerungen und hinzugefügtem Content ein besseres Ranking. Das widerspricht der Grundidee von Evergreen Content. Webmaster können auf zwei Wegen darauf reagieren:

  • #1: Sie können ein Wiki aufbauen, das regelmäßig durch neue Beiträge zum Thema erweitert wird. Das betrachten die Googlealgorithmen als erneuerten Content.
  • #2: Sie können ihre Beiträge aktualisieren, wie dies beispielsweise auf Wikipedia geschieht, einfach weil es fast zu jedem Thema immer wieder neue Erkenntnisse gibt. Nur auf einigen Gebieten ist dies gar nicht so einfach, denn die Pfingstrosen blühen nun einmal Jahr für Jahr zwischen April und Juni. Etwas anderes kann der Gartenratgeber auch in 30 Jahren nicht berichten.

Grundsätzlich ist Evergreen für die SEO aber sehr nützlich, weil er meistens zu einer ordentlichen Verweildauer der User und generell zu gutem Traffic führt. Außerdem generieren Wikis und Lexika bei wirklich fundiertem Content relativ viele Backlinks, weil andere Webmaster gern diese großartigen Erkenntnisse zitieren. Die Bounce Rate (Absprungrate) der Nutzer ist oft niedrig, wenn sie sich in einem Beitrag wirklich festlesen. All das sind für das Suchmaschinenranking sehr positive Faktoren.

Nicht zuletzt stärken solche Inhalte die Reputation des Unternehmens, das sie auf seiner Webseite anbietet. Die User stellen fest, dass hier Experten am Werk sind. Daher kann Evergreen auch dem Branding helfen.

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