Offpage-Optimierung

Die Offpage-Optimierung ist derjenige Teil der SEO, der von außen mit Backlinks stattfindet. Sie steht der OnPage-Optimierung (Maßnahmen auf der Webseite) gegenüber.

Ziel der OffPage-Optimierung

Das grundsätzliche Ziel ist der Aufbau einer Reputation der betreffenden Webseite, die sich durch die Zahl von Backlinks und wiederum deren Reputation (Trust) ergibt. Google fasste diese beiden Faktoren bis 2013 im sogenannten PageRank (nach Larry Page) zusammen, der dann im Hummingbird-Algorithmus aufging und daher für die SEO nach wie vor relevant ist.

Der PageRank misst sowohl die Zahl von Backlinks, die auf eine Seite verweisen, als auch den Trust der Seiten, von denen sie stammen. Der ursprüngliche PageRank verlieh jeder Webseite einen Wert zwischen 0 und 10, wobei die höchste Stufe 10 nur sehr prominente Seiten wie etwa Google erreichten.

Für die SEO per Backlink bedeutet das: Es zählen nicht nur viele Backlinks, die vergleichsweise leicht zu erreichen sind, sondern auch der Rang der Seiten, von denen sie stammen. Ein Backlink von einer stark gewichteten Seite (ein Beispiel wäre Wikipedia mit einem damaligen PageRank zwischen 7 und 8) ist sehr viel mehr wert als viele Backlinks von sehr schwach gewichteten Seiten. Wie viel mehr das höhere Gewicht ausmacht, ist ein Geheimnis der Suchmaschinenbetreiber. Es ergibt sich im Jahr 2021 (Zeitpunkt der Betrachtung) bei Google aus dem Hummingbird-Algorithmus. Andere Suchmaschinen setzen ähnliche Algorithmen ein.

Woher sollen die Backlinks stammen?

Im Idealfall – so die ursprüngliche Intention der Suchmaschinenbetreiber – werden sie freiwillig von anderen Webmastern gesetzt, weil eine Seite sehr hochwertigen Content aufweist. Das geschieht auch nach wie vor, allerdings meistens zu selten für eine gezielte OffPage-Optimierung. Die anderen Webseiten können Homepages, Presseportale, Blogs, Foren und soziale Netzwerke sein. Backlinks aus sozialen Netzwerken heißen Social Signals, sie werden beispielsweise von Kunden oder Partnern eines Unternehmens auf dessen Webseite gesetzt.

Ihr Einfluss gilt trotz der Stärke dieser Netzwerke (Facebook, Twitter, Instagram & Co.) als vergleichsweise schwach, was der oben erwähnten These zu widersprechen scheint, dass der Trust einer Seite das Gewicht der von ihr ausgehenden Backlinks bestimmt. Facebook hat zweifellos einen sehr hohen Trust, dennoch bringt ein Backlink aus einem Facebook-Posting wahrscheinlich viel weniger als derjenige aus einem reichweitenstarken Presseportal wie Open PR. Warum das so ist, weiß die SEO-Szene nicht so recht.

Es kursieren hierüber verschiedene Hypothesen, die unter anderem frühere Feindseligkeiten zwischen Suchmaschinenbetreibern und Social Networks thematisieren. Für Webmaster, die OffPage-Optimierung betreiben, ist lediglich wichtig zu wissen, dass Social Signals natürlich auch in ein Backlinkprofil gehören, ihre Bedeutung aber nicht überschätzt werden darf.

Linkbuilding für die OffPage-Optimierung

Wer als Webmaster OffPage-Optimierung betreibt, kommt um gezieltes Linkbuilding nicht herum. Dies bedeutet: Der Webmaster organisiert sich selbst seine Backlinks. Hierbei ist darauf zu achten, dass unseriöse Methoden wie der Linkkauf von den Suchmaschinenbetreibern erkannt und geahndet werden. Die Webseite wird daraufhin herabgestuft und schlimmstenfalls aus dem Index verbannt. Die Anbieter von gekauften Links betreiben Linkfarmen: Das sind Webseiten ohne sinnvollen Content, die nur Backlinks auf andere Seiten schicken.

Dies kann nicht im Sinne einer Suchmaschine sein, die auf jeder Webseite den Nutzern hochwertige Inhalte bieten will. Außerdem verfälschen gekaufte Backlinks das Reputationsbild einer Webseite. Es gelangen damit Webseiten nach vorn, die viel weniger wertvollen Inhalt bieten als die Konkurrenz, die sich nicht solcher illegalen Methoden bedient. Das ist wiederum nicht im Sinne der Nutzer. Die Googlealgorithmen erkennen das unter anderem durch das plötzliche Anwachsen der Backlinks auf eine Seite mit eigentlich marginalem Inhalt. Das ist unnatürlich und für die Algorithmen ein Indiz für den verbotenen Linkkauf. Seriöse Methoden des Linkbuildings können sein:

  • Einrichten eigener Blogs und Landingpages mit wertvollem Content und Backlinks auf die eigene Homepage oder den eigenen Shop
  • Verfassen von Pressemeldungen und Platzierung in seriösen Presseportalen, die jeweils wenige Backlinks (meistens zwei) innerhalb eines Artikels erlauben
  • Aktivität in sozialen Netzwerken und Foren, um Kunden zu Backlinks zu motivieren oder diese auch sparsam aus eigenen Postings heraus zu setzen

Diese Aktivitäten funktionieren durchaus sehr gut. Wichtig ist bei den genannten Backlinks ihre Themenrelevanz. Der Content in einer Pressemeldung, einem Blogbeitrag oder einem sonstigen Posting muss sich strikt auf den Content derjenigen Seite beziehen, auf die verlinkt wird. Das geht schon aus dem Anchortext des Links hervor.

Manchmal sind Optimierer bestrebt, wegen der vermeintlichen Effizienz in einem Beitrag alle möglichen Themen anzureißen und damit unterschiedlichste Backlinks auf unterschiedlichste Seiten zu begründen. Das ist inhaltlich sinnlos und wird von den Suchmaschinenalgorithmen auch überwiegend erkannt. Ein Indiz für solche inhaltlichen Fehlgriffe könnte sein, dass User auf der betreffenden Satellitenseite überhaupt nicht verweilen, weil der Inhalt nutzlos ist. Googlealgorithmen messen aber die Verweildauer auf einer Seite.

Wenn sie nun feststellen, dass die Verweildauer auf einer Seite – gemessen an deren Umfang – sehr kurz ist, was sich auch durch die Absprungrate (Bounce Rate) messen lässt, entwerten sie möglicherweise die von dieser Seite abgehenden Backlinks. So könnte der Algorithmus funktionieren.

Bedeutung des eigenen Contents für Backlinks

Webmaster sollten immer im Hinterkopf behalten, dass der eigentliche Zweck von Backlinks darin besteht, Nutzer auf eine wertvolle Webseite hinzuweisen. Wer auf natürliche Weise Backlinks generieren möchte, sollte sich daher verstärkt um den Content auf derjenigen Seite bemühen, die es zu optimieren gilt. Eigenes Linkbuilding schadet natürlich nicht, jedoch hat die Qualität der zu promotenden Seite Priorität. Dieser Grundsatz gilt für jedes Marketing: Es lohnt sich nur für wirklich gute Produkte.

Wer ein schwaches Produkt (im diesem Fall die eigene Webseite) sehr stark bewirbt bzw. im Onlinemarketing mit sehr vielen Backlinks darauf verweist, macht vorsätzlich viele User auf die eigene Schwäche aufmerksam und beschädigt damit die eigene Reputation. Das ist genau das Gegenteil von dem, was OffPage-Optimierung eigentlich bezweckt.

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