Link Juice
Der Link Juice ist der Saft, der in einem Backlink steckt: Dieser vererbt von der Seite, von welcher er gesetzt wird, bestimmte Eigenschaften wie den Rang und den Trust dieser Seite.
Link Juice ist vor allem dann relevant, wenn Sie Inhalte, Technik und Suchintention nicht isoliert betrachten, sondern als Teil einer sauberen Website-Qualität.
Wichtiger als die reine Definition sind prüfbare Signale, klare Prioritäten und die Frage, ob sich aus dem Thema konkrete Quick Wins für wichtige Seiten ableiten lassen.
Verwenden Sie diesen Eintrag als Entscheidungsgrundlage und prüfen Sie danach direkt Ihre betroffenen URLs, Templates oder Seitentypen mit den passenden Tools.
Bewertung des Link Juice
Bis zum Jahr 2013 setzte Google den PageRank ein, der die Stärke eine Seite direkt mit ihrem Ranking verknüpfte. Seiten erhielten einen Rankingwert zwischen 1 und 10. Google etwa rangierte immer zwischen 9 und 10, Wikipedia etwa zwischen 7 und 8. Bloße private Blogbeiträge kamen auf 1 und manchmal auch auf 0, große Presseportale oft auf Werte zwischen 4 und 6. Das bedeutete: Wer einen Backlink von einer Seite mit einem hohen PageRank erhielt, erbte von ihr in gewissem Umfang einen Teil ihres Rankings und des damit verbundenen Trusts (Vertrauens) der Nutzer in diese Seite.
Ab 2013 ging der PageRank in den Hummingbird-Algorithmus auf, doch der Mechanismus funktioniert immer noch auf ähnliche Weise, wenn auch nicht mehr so gut messbar. Wer OffPage-SEO betreibt, sollte aber immer noch darauf achten, dass er Backlinks von starken, vertrauenswürdigen Seiten erhält, die ihrerseits gut ranken und eine hohe Reputation genießen. Nun ist es so, dass einzelne Werte wie etwa der PageRank, ein TrustRank oder auch ein AuthorRank relativ gut messbar sind und daher zu konkreten Bewertungsfaktoren für die Qualität von Webseiten wurden.
Die Qualität eines Links hingegen unterliegt mehreren Bewertungsfaktoren. Es gibt ein Konzept der sogenannten Verknüpfungsstärke, das einst Greg Boser einführte. Dieses misst die Qualität von eingehenden Links, aber auch ihre Zahl und die Verteilung auf einer Webseite. In dieses Konzept ist die Kraft einzelner Backlinks eingebettet. Sie wird wiederum vom Rang der Seite in den SERPs bestimmt, von der sie stammen, vom Content, aber auch von Metadaten oder gar Auszeichnungen für die Ausgangsseite.
Selbst der Ort der Ausgangsseite, von dem ein Backlink kommt, kann eine Rolle spielen: Offenkundig wird er höher bewertet, wenn er gleich von der Startseite und nicht von einer Unterseite stammt.
Lässt sich der Link Juice steuern?
Wer sich bei der OffPage-SEO sehr viel Mühe gibt, kann ihn steuern. Das geschieht beispielsweise, indem ein Optimierer mithilfe von Linkbaits sehr starke Backlinks von Seiten mit hohem Trust erhält. Dabei bietet der Webmaster starken Seiten seinerseits starke Inhalte an, auf welche diese freiwillig verlinken. Das ist ein aufwendiges Verfahren, auf das wir in einem anderen Beitrag eingehen (siehe „Linkbait“). Die Mühe lohnt sich aber, um Backlinks mit hoher Kraft zu erhalten, welche die OffPage-SEO wirklich nachhaltig stärken.
Typische Fehler in der Praxis
- Begriffe wie Link Juice werden oft nur theoretisch verstanden, aber nicht auf wichtige Seitentypen übertragen.
- Teams optimieren einzelne Symptome, ohne die eigentliche Ursache in Struktur, Snippet, Indexierung oder Content-Zuschnitt zu prüfen.
- Wichtige Änderungen werden umgesetzt, aber danach nicht mit echten URLs, Templates oder Search-Console-Daten validiert.
Schnelle nächste Schritte
So wird aus der Definition ein konkreter Prüf- und Optimierungsprozess für Ihre Website.
FAQ zu Link Juice
In der Praxis meist beides. Gute Rankings entstehen selten isoliert, sondern aus verständlichen Inhalten, sauberer Technik und klaren Signalen für Suchmaschinen und Nutzer.
Dann, wenn wichtige Seiten Sichtbarkeit haben, aber hinter den Erwartungen bleiben, oder wenn technische und inhaltliche Signale widersprüchlich wirken.
Prüfen Sie die betroffenen URLs direkt mit den passenden Tools, gleichen Sie das Ergebnis mit Search-Console-Daten ab und priorisieren Sie dann konkrete Änderungen statt allgemeiner SEO-Listen.